Bürgermeister für einen Nachmittag

23.09.2020

Bürgermeister für einen Nachmittag

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Bürgermeisters aus? Das konnte Robin Hennemann jetzt im Rahmen der Aktion „Schichtwechsel“ in Erfahrung bringen. Nachdem Markus Conrad, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wörrstadt, am 18. September in der Rheinhessen-Werkstatt war und einige Stunden im neuen Bereich „Service inklusiv, mobil vor Ort“ mitgearbeitet hatte, machte Robin Hennemann am 22. September den Gegenbesuch. Nach drei Stunden im Rathaus stellte er fest: Bürgermeister sein – das ist ein guter Job.

Sinn der bundesweiten Aktion „Schichtwechsel“ ist es, dass Arbeitswelten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung einander näher kommen – letztlich mit dem Ziel, mehr Inklusion im Arbeitsleben zu erreichen. In dieser Hinsicht hat die Verbandsgemeinde eine Vorbildfunktion. Zwei Beschäftigte aus der Rheinhessen-Werkstatt sind hier auf Außenarbeitsplätzen tätig – einer im Büro bei Fotoarchivierungsaufgaben in der Verbandsgemeindeverwaltung, der andere als Hausmeisterhelfer an einer der kommunalen Grundschulen.

Robin Hennemann aber betrat Neuland, als er um 13:30 Uhr ins Rathaus kam, um sich drei Stunden lang dort umzusehen. Begleitet wurde er dabei von Annette Schultheiß, die als Fachberatung für berufliche Integration in der Rheinhessen-Werkstatt tätig ist. Begrüßt wurden die Gäste von zwei Auszubildenden – Vanessa Schneid und Jonas Mangold – und der Ausbildungsleiterin Pia Eckrich. Robin Hennemann stellte sich mit Hilfe eines Handys mit Sprachausgabe vor, welches als Kommunikationshilfe diente. Mit Unterstützung bereitet er einige Sätze zum Abspielen vor, da Robin spontane Kommunikation schwer fällt. 

Die Azubis, die bereits im 2. Lehrjahr sind, führten die Besucher durch das ganze Haus. Sie zeigten den Sitzungssaal, das technische Rathaus und das große Archiv mit Regalen, die durch Drehkurbeln geöffnet werden. Hier werden Unterlagen aufbewahrt aus allen 30 Gemeinden mit insgesamt über 30.000 Einwohnern, die zur Verbandsgemeinde gehören. Auch den Fuhrpark mit Autos vom Ordnungsamt konnte Robin Hennemann sehen – zu seiner großen Freude, denn er liebt Autos.

„Einen typischen Arbeitstag gibt es in diesem Rathaus eigentlich nicht“, erklärten die Azubis zu Verwaltungsfachangestellten. Zu ihren Aufgaben gehört es, Schreiben entsprechend der gesetzlichen Grundlage aufzusetzen und zu überprüfen; Absagen zu formulieren und zu verschicken, Ablage zu machen, Dokumente zu scannen. Robin konnte feststellen, dass einige dieser Arbeiten ganz ähnlich sind wie seine Tätigkeiten in der Werkstatt. Dort arbeitet er am PC und gibt Versandaufträge der Landes-Medienanstalt ein.

In den Büroetagen probierte er alle Arbeitsplätze aus, indem er sich kurz an die Schreibtische setzte. Der interessanteste Schreibtisch war für ihn natürlich der von Bürgermeister Conrad. Dieser nahm sich Zeit, seinem Gast zu erklären, was er zu tun hat. Seine Arbeitsorte im Rathaus sind das Büro, der Ratssaal, oft ist er aber unterwegs auf öffentlichen Veranstaltungen. Wichtig ist für ihn die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich tätigen Beigeordneten, die in ihren Ortsgemeinden jeweils im Gemeinderat sitzen. Marcus Conrad nutzte die Website der Verbandsgemeinde, um Robin Hennemann auf einen virtuellen Rundgang mitzunehmen.

Als Bürgermeister ist Conrad nicht nur Chef der Verwaltung, sondern auch zuständig für die Feuerwehr, die Kläranlagen und Schwimmbäder. „Es ist ein schöner Job mit viel Arbeit“, sagte Conrad, „man muss viel reden, Menschen überzeugen. Langweilig ist es nie. Als Bürgermeister muss ich nicht alles wissen. Aber ich muss immer wissen, wer es weiß. Es gibt immer jemanden, der etwas besser weiß als ich“.

Voll mit neuen Eindrücken bedankte sich Robin Hennemann zum Abschied. Auf die Frage von Markus Conrad, ob er denn auch Lust habe, einmal Bürgermeister zu sein, antwortete er mit einem klaren Ja!

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