"Schichtwechsel" in der Rheinhessen-Werkstatt

18.09.2020

"Schichtwechsel" in der Rheinhessen-Werkstatt

Am 17. September fand die bundesweite Aktion „Schichtwechsel“ statt, die zum wiederholten Male von der „Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behindert Menschen e. V.“ initiiert wurde. Auch die Rheinhessen-Werkstatt der NRD in Wörrstadt war mit dabei und hatte einen Tauschpartner zu Gast. Markus Conrad, Bürgermeister der VG Wörrstadt hatte sich Zeit genommen und in einem der Arbeitsbereiche mit angepackt. Im Gegenzug wird einige Tage später Robin Hennemann in den Arbeitsbereich des Bürgermeisters reinschauen.

„So wurde mir schon lange nicht mehr bei der Arbeit über die Schulter geschaut“, sagt Markus Conrad und lacht dabei. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wörrstadt ist heute zu Gast in der Rheinhessen-Werkstatt und gerade dabei, einen umfangreichen Kommissionierungsauftrag im Arbeitsbereich „Service inklusiv, mobil vor Ort“ zu bearbeiten.

Seine heutigen Kollegen, Robin Hennemann und Marco Forster, stehen ihm dabei zur Seite und erklären, was genau zu tun ist. Conrad erfährt, dass hinter dem Großauftrag die Landesanstalt für Medien steckt. Sie bietet im Rahmen ihrer Initiative „klicksafe“ zahlreiche Broschüren zum Thema Internetnutzung an, die online bestellt werden können. Die Bestellungen kommen dann direkt in der Rheinhessen-Werkstatt an, wo ein großer Bestand der Broschüren lagert und darauf wartet, je nach Bestellungen sortiert und für den Versand verpackt zu werden.

Eine typische Handbewegung für die Beschäftigten ist daher der Griff zum Klemmbrett, in das je ein offener Bestellauftrag eingelegt wird. Auch Markus Conrad hält nun einen offenen Auftrag in der Hand, sucht die entsprechenden Materialien in den zahlreichen durchnummerierten Fächern in den Regalen und trägt alles zusammen. „Wenn man das eine Weile macht, weiß man irgendwann schon, wo was zu finden ist“, ermuntert ihn Marco Forster.

Für den Aktionstag „Schichtwechsel“ hat der Bürgermeister gerne einen Termin in seinem Kalender reserviert und das Jackett gegen das weiße NRD-T-Shirt mit der Aufschrift „Inklusion geht nur gemeinsam“ getauscht. „Ich finde die Aktion sehr interessant und es war mir wichtig, dabei zu sein“, erklärt er. „Oft hat man ja ein bestimmtes Bild von etwas, aber, wenn man mal ganz praktische Einblicke bekommt, ist das schon was anderes.“

Auch für die Beschäftigten ist es eine interessante Erfahrung. Sie sind in dem Arbeitsbereich  der Werkstatt tätig, der ganz besonders auf den Sprung in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet. „Da sind solche Erfahrungen wie heute natürlich super“, erklärt Annette Schultheiß, die den Arbeitsbereich Anfang 2019 ins Leben gerufen hat. Die Fachberaterin für berufliche Bildung erklärt: „Wir schulen hier ganz viele Kompetenzen, die auch auf dem ersten Arbeitsmarkt wichtig sind. Durch solche Aktionstage können die Beschäftigten Kontakte knüpfen und oft ergeben sich daraus auch Praktikumsstellen, Außenarbeitsplätze oder sogar ein Platz im Budget für Arbeit.“

Wenn man eine Weile zusieht, wird schnell klar, von welchen Kompetenzen Annette Schultheiß spricht. Vor allem Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit seien entscheidend, damit die Arbeit gut läuft. Von den insgesamt 136 Beschäftigten der Werkstatt arbeiten derzeit acht in diesem Bereich, der noch sehr viel mehr umfasst, als den Auftrag der Landesmedienanstalt. Auch die Innenreinigung von Autos oder das Kehren von Höfen und Gehwegen bei benachbarten Kunden aus dem Gewerbegebiet gehören zur Angebotspalette.

Für Markus Conrad ist es am Aktionstag beim Kommissionieren und Verpacken geblieben. Abschließend konnte er noch einen Eindruck davon gewinnen, welche Bürotätigkeiten auch zum Arbeitsspektrum der Beschäftigten gehören – schließlich müssen für die Bestellungen beispielsweise auch Rechnungen gestellt werden. In einem Fazit zeigt sich der Bürgermeister beeindruckt: „Ich finde es wirklich beachtlich, wie logistisch anspruchsvoll hier gearbeitet wird. Wer denkt, dass in einer WfbM nur ganz einfache Tätigkeiten verrichtete werden, der irrt.“

Während Markus Conrad die Schichtwechsel-Erfahrung bereits gemacht hat, kann sich ein weiterer Politiker noch darauf freuen. Der Landtagsabgeordnete Heiner Illing wird Ende Oktober ebenfalls die Rheinhessen-Werkstatt besuchen und in einem der Bereiche mitarbeiten. Im Gegenzug wird eine*r der Beschäftigten auch den Arbeitsplatz von Heiner Illing kennenlernen.                              Hanna Ashour

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