„Pfad-Finder“ starten in Dieburgs erster Wald-Kita

31.03.2021

„Pfad-Finder“ starten in Dieburgs erster Wald-Kita

Es passt gut in die Zeit. Der erste Waldkindergarten in Dieburg geht im April unter dem Namen „Pfad-Finder“ an den Start. Träger ist die NRD Orbishöhe GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie. Eigentümer des Grundstücks, das im Norden Dieburg an den Stadtwald grenzt, ist die Stadt Dieburg. Jahrzehntelang war das Wiesengrundstück samt Häuschen im Besitz der Katholischen Jungen Gemeinde. Die Stadt Dieburg hat es erworben, um hier ein Kita-Angebot zu eröffnen. 18 Kinder mit und ohne Beeinträchtigung zwischen drei und sechs Jahren werden hier künftig sechs Stunden am Tag verbringen, begleitet von einem vierköpfigen Frauenteam unter Leitung von Ulrike Felbinger.

Felbinger ist Erzieherin mit 30 Jahren Berufserfahrung und wechselte im Januar 2021 von ihrem früheren Arbeitgeber, der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau, zur Orbishöhe. Zusammen mit ihrer Kollegin Dorothee Kuch, die seit 2018 zur Orbishöhe gehört, ist sie Ende März dabei, das kleine Häuschen auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück für den Start herzurichten. Die Kinder werden nach und nach aufgenommen, bis zum Sommer wird die Gruppe mit 18 Kindern vollständig sein. Der Vertrag mit der Stadt Dieburg sieht vor, dass bei Bedarf eine zweite Gruppe hinzukommen kann.

Ofen, Solarzellen und Kompost-WC

„Die Stadt Dieburg hat einiges investiert“, freut sich Felbinger, während sie dabei ist, im neuen Ofen ein erstes Feuer zu entfachen. Das Dach wurde mit Solarzellen ausgestattet. Sie werden der einzige Stromlieferant sein. An einer Seitenwand des Häuschens wird eine Kompost-Toilette angebaut. Fließendes Wasser gibt es hier nicht. „So ist das eben in einer Waldkita, und das ist gut so“, sagt Ulrike Felbinger.

Die Erzieherinnen erwarten Besuch. Heute kommen die Familien der ersten drei Kinder, mit denen der Betrieb nach Ostern starten wird. Vielleicht sind dann auch schon die Holzstümpfe da, die Förster Martin Starke liefern wird. Sie sollen künftig als Stühle und Tische dienen, wenn die Kinder unter freiem Himmel ihre Mahlzeiten einnehmen. Das Mittagessen und einen Snack samt Getränken für Zwischendurch werden die Kinder selbst mitbringen. Zum Händewaschen gibt es Wasser aus einem 10-Liter-Kanister, den die Eltern reihum morgens mitbringen sollen. „Wir können hier kein Mittagessen kochen“, erklärt Ulrike Felbinger, „deshalb sind wir eine Sechs-Stunden-Kita, in der die Betreuung kostenlos ist – wie in ganz Hessen.“

Die „Notunterkunft“ ist mit Sitzbänken und Kleiderhaken für jedes Kind fast fertig eingerichtet. Die Möbel aus Birkenholz, in gutem Zustand, wurden vom Kindergarten „Am Rohbäumchen“ gespendet. Die rund 30 Quadratmeter des Raumes sind damit gut gefüllt. „Sie sehen, hier kann man mit 18 Kindern nicht spielen. Dafür ist das schöne Außengelände da. In der Notunterkunft werden wir uns nur bei starkem Unwetter oder zum kurzen Aufwärmen versammeln“, so Felbinger.

Wald-Kita Dieburg
Wald-Kita Dieburg
 

Wald und Wiese als Spielplatz

Draußen ist es wirklich schön. Ein großes Vordach bietet zusätzlichen Schutz vor Regen. Von hier aus schaut man zum Waldrand, der im Halbrund das Wiesengrundstück begrenzt. Richtung Dieburg schaut man über die Felder und auf ein Grundstück der Baumschule Polenz.

„Ich freue mich sehr, dass es jetzt losgeht“, sagt Dorothee Kuch. Sie ist gelernte Speditionskauffrau und hat sich mit 40 Jahren entschlossen, eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen. „Ein Waldkindergarten war dabei mein Sehnsuchtsort“, sagt sie, „ich liebe es, draußen zu sein. Und ich denke, das ist wirklich Voraussetzung, um diesen Job zu machen.“

Die Konzeption für das Pfad-Finder-Angebot orientiert sich Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan. Schon in der Entwicklungsphase hat Ulrike Felbinger begonnen, sich mit Institutionen zu vernetzen, darunter das Jugendamt, die Frühförderstelle, Kitas und Grundschulen in der Umgebung. Und natürlich mit der Stadt Dieburg als Eigentümerin des öffentlichen Grundstücks und Förster Starke, der stets als hilfreicher Ansprechpartner zur Verfügung steht. „Wir Erzieherinnen verstehen uns als lernende Gemeinschaft und sind offen für die Ideen allerbeteiligten Akteure“, sagt Ulrike Felbinger.

Grundgedanke von Wald-Kitas ist, dass die freie Natur mit ihren Reizen und Herausforderungen Kleinkinder in idealer Weise inspiriert, sich selbstbestimmt und gut begleitet durch Erwachsene zu entwickeln und sich auf den Übergang zur Schule vorzubereiten. Bei den ersten Textaufgaben in Mathe, wo vielleicht Fußabdrücke von Enten und Hasen addiert werden sollen, werden sich die Pfad-Finder künftig kaum verrechnen. Denn mit „Hase“ verbinden sie nicht nur an den aluverpackten, aufrecht stehenden Osterhasen aus dem Supermarkt, sondern wissen, dass Hasen in echt auf vier Beinen über die Wiesen springen.

Fotos: Teamleiterin Ulrike Felbinger (links) und Erzieherin Dorothee Kuch freuen sich auf den Start. Die Notunterkunft der Wald-Kita wurde von der Stadt Dieburg schön hergerichtet, die Holzmöbel von der Dieburger Kita „Am Rohbäumchen“ wurden gespendet. (Fotos: NRD/ M. Broeckers)

Die NRD Orbishöhe GmbH steht für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

Die NRD Orbishöhe ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Zwingenberg an der Bergstraße. Seit dem 01.01.2006 ist sie eine Tochtergesellschaft der Nieder-Ramstädter Diakonie und Mitglied in der Diakonie Hessen. In den Landkreisen Bergstraße, Odenwald, Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau bieten rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pädagogische Hilfen für rund 300 junge Menschen und ihre Familien an. Das Spektrum reicht von stationären Wohngruppen über Tagesgruppen bis hin zu flexiblen Angeboten aller Art im ambulanten Bereich sowie Hilfen zur schulischen und beruflichen Integration. Seit dem 01.01.2014 sind auch drei Kindertagesstätten in Mühltal, Ober-Ramstadt und Dieburg in Trägerschaft der NRD Orbishöhe GmbH

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