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Die Gernsheimer Projekte

19.04.2022 | Joachim Albus

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Joachim Albus

Joachim Albus arbeitet als Pressereferent und Texter für die NRD.

Die Gernsheimer Projekte

Im hessischen 10.000-Einwohner-Städtchen Gernsheim am Rhein, Kreis Groß- Gerau, wird die NRD bald an drei Standorten zu finden sein: Dort entstehen eine Tagesstätte, ein Haus für Menschen aus dem Autismus-Spektrum und ein „gemeinschaftliches Wohnen“.

Mit den drei neuen Angeboten ab Sommer 2023 geht die Nieder-Ramstädter Diakonie ihren Weg der Dezentralisierung und der Regionalisierung konsequent weiter. So kaufte die NRD im vergangenen Jahr in Gernsheim das Grundstück Alte Landstraße 4. Hier wird eine neue Tagesstätte entstehen und Arbeitsplätze für 24 bis 26 Menschen bieten. Fabien Muller, Leitung Wohnverbund Mörfelden, arbeitet hier mit Anette Meffert, Leitung Tagesstätte Mühltal, zusammen. Sobald das Gebäude im Herbst 2023 fertiggestellt ist, wird es an Kathrin Benz, Leitung Wohnverbund Groß-Gerau, übergeben.

Zum ersten Mal außerhalb des Kerngeländes

In der Robert-Roch-Straße 1 – rund einen Kilometer südlich der Alten Landstraße – wird die NRD Wohnangebote für erwachsene Menschen aus dem Autismus-Spektrum unterbreiten. Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) hat dafür acht Plätze bewilligt. Zum ersten Mal kann die Stiftung damit Menschen aus dem Autismus-Spektrum einen Platz zum Wohnen und Leben außerhalb Mühltals anbieten. „Das ist etwas Besonderes, sowohl für die NRD als auch für die Region“, ordnet Kathrin Benz ein. Interessent*innen für die Robert-Koch- Straße 1 gibt es viele – die Expertise der NRD auf dem Gebiet des Autismus ist bekannt und genießt einen guten Ruf. Seit vielen Jahren wohnen und leben Menschen aus dem Autismus-Spektrum im Bodelschwinghweg und auf dem Sonnenhof, derzeit sind es 18. Dem Projekt beratend zur Seite steht von Anfang an Fachmann Andreas Münch, Leitung Wohnverbund Mühltal, der langjährige Erfahrung mit autistischen Menschen hat. Die Anlage bietet viele Möglichkeiten. Geplant sind im ersten und zweiten Stock jeweils ein 2er- und zwei 1er-Apartments. Auch für den Garten existieren bereits konkrete Gestaltungspläne – Platz zum Bewegen und Ruhen wird es geben. Auf den beiden Terrassen kann man sich zusammensetzen, im Erdgeschoss wird sich ein „Raum für die Gestaltung des Tages“ für bis zu vier Klient*innen befinden. „Wir gehen davon aus, dass dort Menschen leben werden, die täglich arbeiten gehen. Aber für die Menschen, die nur stundenweise tätig sein wollen, ist dieser Raum geplant“, erklärt Kathrin Benz. Die Robert-Koch-Straße 1 soll im Sommer 2023 bezugsfertig sein.

Gemeinschaftliches Wohnen in der Werrastraße

Das dritte Vorhaben wird in der Gernsheimer Werrastraße realisiert. Dort erwartet die Nieder-Ramstädter Diakonie zirka 65 Menschen in 27 Wohnungen. 16 Menschen mit Beeinträchtigung werden darunter sein, für sie sind acht bis zehn Wohnungen geplant. Die drei Häuser mit den Hausnummern 11, 13 und 15 sollen im ersten Quartal 2024 bezugsfertig sein. Das Besondere an dem Projekt in der Werrastraße ist das „gemeinschaftliche Wohnen“. Es stellte die Verantwortlichen vor derart viele Fragen, dass die Projektentscheider*innen und Projektleiter*innen die „Denkfabrik“ ins Leben riefen: NRD-Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen dachten zwischen April und Juli 2021 darüber nach, wie man das Vorhaben am besten vorbereitet und begleitet. Im Juli 2021 stellte die „Denkfabrik“ ihre Ergebnisse in der Lazarus- Kirche vor: „Das große Ziel hier ist ein Leben auf Gegenseitigkeit“, erklärt Kathrin Benz. „Vieles wird in Begegnungen und beim täglichen Miteinander entstehen.“ Vorrangig eingebunden in das Projekt Werrastraße sind die Klient*innen, Kolleg*innen und gesetzlichen Betreuer*innen der WG 2 in der Nieder-Ramstädter Pulvermühle 21. Kathrin Benz: „Sie werden nach ihren Wünschen befragt und entscheiden sich für einen Umzug oder Arbeitsplatz in der Werrastraße.“

Förderantrag bei der Aktion Mensch gestellt

Wenn viele Menschen eine Hausgemeinschaft bilden, müssen Dinge des täglichen Zusammenlebens geklärt werden. Aber bei wem laufen die organisatorischen Fäden zusammen? Die „Denkfabrik“ kam zu dem Ergebnis: Es braucht eine Person, die sich gezielt um das Miteinander kümmert – dies könne nicht die Teamleitung zusätzlich übernehmen. Deshalb stellte die NRD bei der Aktion Mensch einen Förderantrag für die Stelle: „Es soll eine Starthilfe für das gemeinschaftliche Wohnen sein“, erklärt Kathrin Benz. Der Antrag ist für zweieinhalb Jahre geschrieben, danach soll sich die Person zurückziehen. Die NRD hat viel vor, der Standort Gernsheim unterstreicht das eindrucksvoll. Alle Verantwortlichen blicken positiv in die Zukunft, nicht zuletzt, weil sie sehen, dass die NRD seit jeher den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellt.

Unser Titelbild zeigt das geplante Gebäude in der Robert-Koch-Straße 1. Dort macht die NRD acht Menschen aus dem Autismus-Spektrum ein Wohnangebot. Das zu bauende Haus wird vom Architekturbüro Plan Drei aus Darmstadt realisiert. (Grafik: Architekturbüro Plan Drei)

Tagesstätte

Tagesstätte Gernsheim

Die neue Tagesstätte in Gernsheim soll im Herbst 2023 fertig sein. Verantwortlich für die Planung
sind die Architekt*innen von Menzel-Kossowski aus Darmstadt. (Grafik: Menzel-Kossowski Architekten)

Wohnhäuser in der Werrastraße

Wohnhäuser in der Werrastraße

In der Werrastraße entstehen drei neue Häuser. Die Grafik zeigt das Projekt von der Straße
aus. Verantwortlich für Planung und Bau sind die Architekt*innen Heidacker aus Bischofsheim.(Grafik: Heidacker Architekten)

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