Professionelles Handeln bei aggressivem Verhalten mit PART

14.05.2017 | Marlene Broeckers

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Marlene Broeckers

Texterin und Pressereferentin der NRD

Professionelles Handeln bei aggressivem Verhalten mit PART

„Ich kenne niemanden, der von PART nicht profitiert“, sagt Frank Gruber. Der Sozialarbeiter leitet das Wohntraining im NRD-Wohnverbund Wallertheim und gehört zum fünfköpfigen Team der PART-Trainer in der NRD. PART (Professional Assault Response Training) ist ein Konzept, das professionelles Handeln bei aggressiven Verhaltensäußerungen schult. Die entsprechenden Schulungsangebote – sechs im Jahr – gehören zu den am meisten nachgefragten in der NRD.

Haben wir denn so viele aggressive Klienten? Nein, antworten die PART-Trainer einstimmig. PART ist kein Selbstverteidigungs-Training, obwohl der Selbstschutz von Mitarbeitenden eines der wichtigsten
Ziele ist. PART ist kein Konzept der Behindertenhilfe. Es wird auch in Psychiatrien, beim Arbeitsamt oder in KfZ-Zulassungsstellen angewandt, und wird auch von Fahrern im Öffentlichen Personennahverkehr genutzt. Überall kann es vorkommen, dass Menschen aus der Haut fahren und übergriffig werden, weil sie sich akut über etwas ärgern, weil es ihnen schlecht geht, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen als durch Angriff.

Die NRD bietet zweitägige Basisschulungen, eintägige Auffrischungen und Fallberatung an. Ziel dabei ist es, durch Selbstreflexion drohende Übergriffe frühzeitig zu erkennen, Krisen und ihre Auslöser zu analysieren, Handlungsspielräume durch verbale Deeskalation und/oder akute Krisenbewältigung zu gewinnen.

Das PART-Konzept will das Selbstvertrauen von Professionellen stärken und sie – unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer körperlichen Stärke – in die Lage versetzen, Situationen angemessen einzuschätzen und an ihrem Arbeitsplatz sicher zu handeln. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich sehr positiv auf betreute Personen auswirkt, wenn sie spüren, dass Mitarbeitende Sicherheit ausstrahlen und im Zweifelsfall auch sicher handeln.

Die PART-Schulung ist in der NRD nur für Mitarbeitende auf Intensivgruppen verpflichtend,
steht aber grundsätzlich allen Interessierten offen. „Im Wohnverbund Wallertheim werden auf Wunsch des Leiters Holger Griebel alle Mitarbeitenden geschult“, berichtet Frank Gruber. „Tatsächlich gibt es in allen acht Wohneinheiten in Wallertheim Personen mit aggressiven Verhaltensmustern, doch alle
profitieren von den PART-Kenntnissen der Mitarbeiter“, sagt er, und fügt hinzu: „Ich bin stolz darauf, dass die NRD nach PART arbeitet. Das ist ein echtes Qualitätsmerkmal.“ Kristin Pissarek, die in der Tagesstätte Mühltal arbeitet sagt: „Viele KollegInnen lernen durch die Schulung, ihr Arbeitsfeld neu zu betrachten“. Zum Beispiel, nicht die Störung zu bekämpfen, sondern die Frage zu stellen: Welches Bedürfnis steckt hinter dem störenden Verhalten? Hat man das Bedürfnis aufgespürt, kann man dem Klienten helfen, gewaltfreie Wege und Antworten zu finden. Denn gewalttätiges Verhalten ist für den gewalttätigen Klienten ebenso ein Problem wie für diejenigen, die davon bedroht sind.

Unser Foto zeigt vier der fünf PART-Trainerinnen: Kristin Pissarek, Heinz-Günter Alkemper, Frank Gruber und Ingo Hampel (v.l.n.r.). Mareike Höreth fehlt auf dem Bild.

1  Kommentar

  • Andreas Pargen
    14.05.2017 22:19 Uhr

    Hey Ali, schöne Grüße... ;)

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  • Inklusion...

    ... bedeutet, dass es keine Grenze gibt, die "behindert" von "nicht-behindert" unterscheidet. Das Wichtigste, um Inklusion zu erreichen, ist Zusammensein von Anfang an. 

    Inklusion...
    Andrea Söller,
    Vorsitzende Werkstattrat der Mühltal-Werkstätten
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